Nvidia im Fokus, US-Börsen stabil und neue Impulse für Aktienanleger
Autor: Aktien & ETF Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Nvidia erzielt Rekordwachstum, trägt jedoch hohe Finanzierungs- und Garantierisiken; JPMorgan bleibt optimistisch. Shell expandiert, der DAX stabilisiert sich und CD Projekt Red erholt sich.
Nvidia zwischen Rekordzahlen und wachsender finanzieller Verflechtung
Die Nvidia-Aktie steht nach Einschätzung von Wallstreet Online trotz eines außergewöhnlichen Zahlenwerks vor einer Bewährungsprobe. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um 106 Prozent auf 96,2 Milliarden US-Dollar, während sich der Nettogewinn um 126 Prozent auf 59,7 Milliarden US-Dollar erhöhte. Das Rechenzentrumsgeschäft steuerte 89 Milliarden US-Dollar bei.
Auch der Ausblick übertraf die Erwartungen deutlich. Für das laufende Quartal erwartet Nvidia Erlöse von 108 Milliarden US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2028 soll der Umsatz um rund 70 Prozent wachsen, während Analysten bislang von lediglich 45 Prozent ausgegangen waren. Trotz dieser Prognosen stagnierte die Aktie laut Wallstreet Online, weil Anleger die Finanzierungs- und Abnahmeverpflichtungen des Konzerns kritisch betrachten.
Nvidia verkauft demnach zunehmend komplette KI-Infrastrukturen und unterstützt zugleich die Finanzierung der Nachfrage. Der Konzern beteiligt sich an Kunden, sichert Produktionskapazitäten und garantiert die Auslastung neuer Rechenzentren. Bei CoreWeave muss Nvidia unter bestimmten Voraussetzungen bis April 2032 nicht ausgelastete Kapazitäten übernehmen.
Darüber hinaus investierte Nvidia im März 2026 zwei Milliarden US-Dollar in Nebius. Beide Unternehmen wollen bis Ende 2030 mehr als fünf Gigawatt an Nvidia-Systemen aufbauen. Im Quartalsbericht weist Nvidia zudem Cloud-Verpflichtungen von 36 Milliarden US-Dollar aus, nennt die Vertragspartner jedoch nicht vollständig.
Besonders umfangreich ist das Projekt von OpenAI und SB Energy in Ohio. Nvidia übernimmt dafür Garantien von bis zu 105 Milliarden US-Dollar für definierte Miet- und Stromverpflichtungen. Zusätzlich bestehen Garantien von 3,5 Milliarden US-Dollar für Mietverpflichtungen weiterer KI-Cloud-Partner, womit die maximale Bruttohaftung insgesamt 108,5 Milliarden US-Dollar erreicht.
Auch die Bilanz weist laut Wallstreet Online auf steigende Risiken hin. Die offenen Kundenforderungen erhöhten sich innerhalb von sechs Monaten von 38,5 auf 63,1 Milliarden US-Dollar. Fünf direkte Kunden stehen zusammen für 70 Prozent dieser Summe.
Parallel stiegen die Liefer- und Kapazitätsverpflichtungen innerhalb eines Quartals von 119 auf 279 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen Cloud-Vereinbarungen über 36 Milliarden US-Dollar, Eigenkapitalinvestitionen von 99 Milliarden US-Dollar sowie weitere Beteiligungszusagen von 25 Milliarden US-Dollar.
„Das Kartenhaus steht noch. Doch Nvidia baut längst nicht mehr nur die Technologie, auf der es ruht“, schreibt Wallstreet Online.
Wallstreet Online zieht Parallelen zur Dotcom-Blase und verweist auf Cisco sowie Intel. Cisco finanzierte Kunden, damit diese Netzwerktechnik kaufen konnten; als die Dotcom-Blase platzte, musste der Konzern fast 900 Millionen US-Dollar für gefährdete Kredite zurückstellen. Intel investierte allein 1999 rund 4,8 Milliarden US-Dollar in etwa 300 Technologieunternehmen.
Nvidia erzielt nach Darstellung der Quelle weiterhin reale Milliardengewinne und eine Bruttomarge von 75 Prozent. Sollte die Nachfrage nach KI-Anwendungen jedoch hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten gleichzeitig Bestellungen sinken, Forderungsausfälle steigen, Beteiligungswerte fallen, Cloud-Kapazitäten ungenutzt bleiben und Garantien fällig werden.
Zusammenfassung: Nvidia meldet Rekordwachstum, übernimmt aber zugleich umfangreiche Finanzierungs-, Beteiligungs- und Garantierisiken. Die maximale Bruttohaftung aus den genannten Garantien beträgt 108,5 Milliarden US-Dollar.
Der Aktionär: JPMorgan bestätigt „Overweight“ für Nvidia
JPMorgan hat seine „Overweight“-Einstufung für Nvidia bestätigt und das Kursziel bei 320 US-Dollar belassen. Grundlage war eine virtuelle Investorenrunde mit dem Investor-Relations-Team des Chipkonzerns, der laut Der Aktionär derzeit mit 5,25 Billionen US-Dollar bewertet wird.
Analyst Harlan Sur sprach mit Toshiya Hari, Vice President of Investor Relations & Strategic Finance bei Nvidia. Hari führte die für das Geschäftsjahr 2028 in Aussicht gestellte Wachstumsrate von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf die anhaltende Nachfrage von Hyperscalern, Neoclouds, KI-Forschungslaboren, staatlicher KI-Infrastruktur und Unternehmenskunden zurück.
Als weitere Gründe für den optimistischen Ausblick nannte Nvidia eine verbesserte Planungssicherheit für das nächste Geschäftsjahr sowie eine deutliche Differenz zwischen den Analystenschätzungen und den internen Prognosen des Unternehmens. In den vergangenen zwölf Monaten wuchs der Umsatz um 83 Prozent; außerdem hoben 35 Analysten ihre Gewinnerwartungen für die kommende Periode an.
Nach Darstellung von Hari könnte sich das Geschäft im Jahresvergleich sogar mehr als verdoppeln, wenn keine Lieferengpässe bestünden. Der aktuelle Ausblick sei demnach weiterhin durch das Angebot und nicht durch eine mangelnde Nachfrage begrenzt.
Beim Verhältnis von „Training“ und „Inference“ habe sich ebenfalls eine Verschiebung ergeben. Vor etwa eineinhalb Jahren seien die Umsätze in beiden Bereichen noch annähernd hälftig verteilt gewesen. Mittlerweile mache „Inference“ nach Einschätzung des Unternehmens den größeren Anteil aus, mit weiter steigender Tendenz.
Der Aktionär bleibt für Nvidia bullish gestimmt und nennt einen Stoppkurs von 135,00 Euro. Zugleich weist die Quelle auf Interessenkonflikte hin: Aktien von Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG, zudem halten der Vorstand und Mehrheitsinhaber sowie der Autor unmittelbar oder mittelbar Positionen über Finanzinstrumente oder darauf bezogene Derivate.
Zusammenfassung: JPMorgan bestätigt „Overweight“ und ein Kursziel von 320 US-Dollar. Nvidia begründet den Wachstumsausblick mit starker Nachfrage, während „Inference“ inzwischen einen größeren Umsatzanteil als „Training“ ausmachen soll.
Aktien Frankfurt: DAX stabilisiert sich, Ölpreise stützen
boerse.de berichtet unter Berufung auf dpa-AFX über eine Stabilisierung des DAX. Stagnierende Ölpreise hätten den Markt unterstützt und für etwas Beruhigung gesorgt.
Weitere konkrete Kursdaten oder zusätzliche Marktentwicklungen enthält der übermittelte Beitrag von boerse.de nicht. Als Quelle der Meldung wird dpa-AFX genannt.
Zusammenfassung: Im Mittelpunkt stehen die Stabilisierung des DAX und die stützende Wirkung recht stabiler Ölpreise.
Shell beteiligt sich an BP-Projekten in Brasilien und im Golf von Mexiko
Shell plant laut Finanzen.net, Anteile an zwei Offshore-Explorationsprojekten des Konkurrenten BP zu erwerben. Im Rahmen der Vereinbarung soll Shell 50 Prozent an einem Offshore-Explorationsblock in Brasilien sowie 30 Prozent an fünf Konzessionsgebieten übernehmen.
Zu den fünf Konzessionsgebieten gehört ein Explorationsgebiet in der Tiefsee des Golfs von Mexiko. BP würde die verbleibenden Anteile an beiden Projekten behalten und weiterhin als Betreiber fungieren.
„Die Zusammenarbeit zweier erfahrener Betreiber kann dazu beitragen, das Potenzial beider Projekte voll auszuschöpfen“, sagte Gordon Birrell, Executive Vice President bei BP, laut Finanzen.net.
BP erklärte außerdem, die Transaktionen würden die Bemühungen des Konzerns unterstützen, sich schlanker und stärker aufzustellen. Der Abschluss des brasilianischen Offshore-Deals steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Zusammenfassung: Shell will sich mit 50 Prozent an einem Offshore-Explorationsblock in Brasilien und mit 30 Prozent an fünf Konzessionsgebieten beteiligen. BP bleibt Betreiber und behält die verbleibenden Anteile.
CD Projekt Red: „Witcher“-Erfolg stützt die Erholung der Aktie
Die FAZ beschreibt, wie sich die Aktie von CD Projekt Red nach einem deutlichen Börsenrückgang wieder erholt hat. Das polnische Unternehmen hinter der „Witcher“-Spielereihe arbeitet an einer überarbeiteten Fassung von „The Witcher 3“, die in diesem September erscheinen soll, sowie an einer neuen Erweiterung namens „Songs of the Past“, die im nächsten Jahr veröffentlicht werden soll.
„The Witcher 3: Wild Hunt“ erschien erstmals vor elf Jahren und blieb auch lange nach der Veröffentlichung ein Verkaufsschlager. Bis Mai 2025 verkaufte CD Projekt Red mehr als 60 Millionen Kopien.
Der Erfolg von „The Witcher 3“ führte zu hohen Erwartungen an das Nachfolgeprojekt „Cyberpunk 2077“. Bis kurz vor dessen Veröffentlichung im Dezember 2020 kostete eine Aktie von CD Projekt Red in der Spitze 464 Złoty, umgerechnet 107 Euro. Das Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt eines der wertvollsten Videospielunternehmen Europas.
„Cyberpunk 2077“ enttäuschte nach der Veröffentlichung jedoch die Erwartungen vieler Fans. Zahlreiche Programmierfehler und technische Mängel prägten die Diskussion, woraufhin die Aktie innerhalb von zwei Jahren auf lediglich noch 84 Złoty fiel.
Mit Updates brachte CD Projekt Red das Spiel nach Darstellung der FAZ in einen spielbaren Zustand. Die im September 2023 veröffentlichte Erweiterung „Phantom Liberty“ erhielt umfassendes Lob von Kritikern und Spielern. Ende September 2023 notierte die Aktie wieder bei 125 Złoty.
Der Entwickler konzentriert sich weiterhin vor allem auf die Marken „The Witcher“ und „Cyberpunk“. Mehrere Projekte befinden sich in Entwicklung, wobei die Entwicklungszyklen des Unternehmens als notorisch lang beschrieben werden.
Nach der Neuauflage des dritten „Witcher“-Teils und der neuen Erweiterung soll erst im Jahr 2028 „The Witcher IV“ erscheinen. Die Hauptrolle übernimmt dabei Ciri, die Ziehtochter der früheren Hauptfigur Geralt. Für den Nachfolger von „Cyberpunk“ gibt es laut FAZ noch kein festes Datum. Ein weiteres Projekt mit dem Codenamen „Hadar“ befindet sich in der Planungsphase.
Bis Ende vergangenen Jahres verfügte CD Projekt Red mit gog.com über ein weiteres Standbein. Die Verkaufsplattform wurde jedoch an Michał Kiciński, einen Mitgründer von CD Projekt Red, verkauft. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte gog.com 73,8 Millionen Złoty und damit etwa zwölf Prozent des gesamten Nettoeinkommens von 594,7 Millionen Złoty.
Die Aktie tendiert laut FAZ seit über einem Jahr eher seitwärts und notiert derzeit bei 236 Złoty. Damit erreicht sie wieder die Hälfte des Höchstwertes aus dem Jahr 2020.
Zusammenfassung: CD Projekt Red hat nach dem Absturz im Zusammenhang mit „Cyberpunk 2077“ einen Teil des Anlegervertrauens zurückgewonnen. Neue Impulse werden von der überarbeiteten Fassung von „The Witcher 3“, der Erweiterung „Songs of the Past“ und „The Witcher IV“ im Jahr 2028 erwartet.
US-Aktienmärkte schließen mit moderaten Gewinnen
Nach einer jüngsten Schwächephase legte der Dow Jones Industrial am Mittwoch um 0,56 Prozent auf 53.061,95 Punkte zu und beendete damit eine dreitägige Verlustserie. Der S&P 500 stieg um 0,46 Prozent auf 7.666,60 Punkte, während der Nasdaq 100 um 0,23 Prozent auf 29.143,33 Punkte zulegte.
Laut T-Online sorgten recht stabile Ölpreise trotz erneuter gegenseitiger Angriffe der USA und des Iran für etwas Beruhigung. Die Lage im Nahen Osten blieb zugleich angespannt.
Angelo Kourkafas von Edward Jones Investments erklärte, der Aktienmarkt finde nach einem schwierigen Start in den September wieder etwas Halt. Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten seien weiterhin positiv; saisonale Gegenwinde allein reichten nicht aus, um den Aufwärtstrend des Gesamtmarktes zu bremsen.
Auch Aussagen von John Williams, dem Chef der New Yorker Fed, passten laut T-Online in das etwas aufgehellte Bild. Williams verwies auf Anzeichen für eine geringere Inflation, nachlassende Auswirkungen der Zölle und darauf, dass höhere Energiepreise sich nicht auf andere Dienstleistungen auswirkten.
„Die jüngsten Daten sind ermutigend“, sagte John Williams laut T-Online in einem Interview mit CNBC.
Unter den Einzelwerten stiegen die Aktien von Johnson & Johnson um 1,5 Prozent auf gut 275 US-Dollar und erreichten ein Rekordhoch. UBS hob das Kursziel für die Anteilscheine des Pharma- und Medizintechnikkonzerns von 280 auf 320 Dollar an.
Die Papiere von Dell legten um fast 16 Prozent zu. Der Computerkonzern hatte starke Quartalszahlen vorgelegt, seine Jahresprognose angehoben und von der hohen Nachfrage nach KI-Servern profitiert.
Palo Alto Networks verzeichnete trotz eines über den Markterwartungen liegenden Gewinnausblicks für das Gesamtjahr einen Kursrückgang von mehr als neun Prozent. T-Online führt dies mit Gewinnmitnahmen nach der starken Entwicklung seit Jahresbeginn in Verbindung.
Credo Technology verlor ein Fünftel. Eine über der Markterwartung liegende Umsatzprognose für das zweite Quartal reichte nach der Rally der Aktie seit Jahresbeginn nicht aus, um die Anleger weiter zu überzeugen.
Die Aktien von T-Mobile US schlossen fast drei Prozent im Plus. Hintergrund war eine mögliche Fusion der Deutschen Telekom mit ihrer US-Mobilfunktochter, die laut Bloomberg den aktivistischen Investor Elliott auf den Plan gerufen hat. Elliott soll einen beträchtlichen Anteil an der Deutschen Telekom aufgebaut und angedeutet haben, dass die Fusionspläne fallengelassen werden sollten. Stattdessen könnten andere Maßnahmen wie eine deutliche Ausweitung der Aktienrückkäufe den Unternehmenswert steigern.
Zusammenfassung: Der Dow Jones Industrial, der S&P 500 und der Nasdaq 100 legten zu. Unterstützung lieferten stabile Ölpreise und optimistischere Aussagen zur Inflation, während bei einzelnen Aktien starke Bewegungen nach Quartalszahlen, Prognosen und Unternehmensmeldungen zu beobachten waren.
Quellen:
- Nvidia Aktie vor der Entscheidung!
- Nvidia: Da geht noch mehr...
- Aktien Frankfurt Ausblick: Dax stabilisiert sich - Stagnierende Ölpreise stützen - boerse.de
- Britische Öl-Aktien im Fokus: Shell beteiligt sich an BP-Projekten in Brasilien und im Golf von Mexiko
- CD Projekt Red: Wie sich die „Witcher“-Aktie zurückkämpft
- Aktien New York Schluss: Moderate Gewinne - Ölpreise recht stabil