Was ist die teuerste Aktie der Welt? Ein Überblick

Autor: Aktien & ETF Redaktion

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Kategorie: Aktien

Zusammenfassung: Berkshire Hathaways A-Aktie ist mit rund 560.000 US-Dollar die teuerste Aktie nach Stückpreis, doch nominale Kurse sagen wenig über Unternehmenswert, Liquidität oder Anlagequalität aus.

Die teuerste Aktie der Welt: Berkshire Hathaway führt die Rangliste an

Berkshire Hathaway besitzt mit der A-Aktie den höchsten bekannten Nominalkurs unter den regulär gehandelten Unternehmensaktien. Ein Kurs von etwa 560.000 US-Dollar macht sie zur teuersten Aktie der Welt nach Stückpreis. Der genaue Wert verändert sich laufend mit dem Börsenhandel.

Hinter dem außergewöhnlichen Preis steht die besondere Aktienstruktur des Konzerns. Die A-Aktie bietet umfangreiche Stimmrechte und lässt sich in B-Aktien umwandeln. Die B-Aktie wurde dagegen für einen breiteren Anlegerkreis geschaffen und kostet nur einen Bruchteil. Beide Anteilsklassen beziehen sich auf dasselbe Unternehmen, unterscheiden sich aber bei Stimmrecht, Umtauschverhältnis und Börsenkurs.

Berkshire Hathaway vereint Beteiligungen an Versicherern, Energieunternehmen, Eisenbahnen und weiteren Firmen. Hinzu kommen große Aktienbestände und liquide Mittel. Diese Mischung erklärt, warum die A-Aktie für viele Marktbeobachter mehr als ein gewöhnlicher Börsenwert ist: Sie steht auch für eine langfristige, dezentral geführte Beteiligungsholding.

Ist sie deshalb automatisch die wertvollste Aktie? Nein. Der Stückpreis beantwortet nur die Frage, wie viel eine einzelne Anteilseinheit kostet. Für einen Vergleich des Unternehmens zählt die gesamte Zahl der ausgegebenen Aktien multipliziert mit dem Kurs. Genau hier liegt der Unterschied zwischen „teuerste Aktie“ und „wertvollste Aktie“.

Die A-Aktie ist zudem kein typischer Einstiegswert für kleine Depots. Neben dem hohen Kaufpreis können Handelsplatz, Währung, Orderkosten und die geringere Liquidität eine Rolle spielen. Wer Berkshire Hathaway beobachten oder mit kleinerem Betrag investieren möchte, prüft daher meist die B-Aktie. Ob Bruchstücke verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Broker und dessen Ausführungsregeln ab.

Die fünf teuersten Aktien der Welt im Überblick

Die Rangliste der fünf teuersten Aktien der Welt bezieht sich auf den Preis einer einzelnen Aktie. Als Spitzenreiter gilt die A-Aktie von Berkshire Hathaway mit etwa 560.000 US-Dollar. Danach folgen Lindt & Sprüngli mit rund 113.000 Euro sowie drei kleinere oder weniger liquide Gesellschaften aus Europa.

Die Abstände wirken auf den ersten Blick enorm. Allerdings sind die Werte nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Die Aktien notieren in unterschiedlichen Währungen, an verschiedenen Handelsplätzen und mit teils sehr unterschiedlicher Handelshäufigkeit. Bei wenig gehandelten Titeln kann schon eine einzelne Order den angezeigten Kurs spürbar verändern.

Wer nach der teuersten Aktie sucht, sollte deshalb Stichtag, Handelsplatz, Währung und Aktiengattung prüfen. Ein alter Kurs kann die heutige Rangfolge schnell verzerren. Die Liste beantwortet nur die enge Frage, welche Aktie pro Anteil am meisten kostet. Sie zeigt nicht automatisch, welche Gesellschaft das wertvollste Unternehmen besitzt. Dafür sind unter anderem Ertrag, Verschuldung, freie Liquidität, Handelsvolumen und die Zahl der ausgegebenen Aktien relevant.

Lindt & Sprüngli: Die teuerste Aktie Europas

Lindt & Sprüngli steht in Europa für einen außergewöhnlich hohen Stückpreis. Die Aktie des Schweizer Schokoladenherstellers kostet etwa 113.000 Euro und zählt damit zu den teuersten börsennotierten Aktien weltweit. Der Kurs bezieht sich auf die nicht gesplittete Namenaktie.

Der hohe Preis hat auch historische Gründe. Lindt & Sprüngli hat seine Aktienstruktur über lange Zeit kaum durch Aktiensplits verändert. Gewinne und Unternehmenswachstum spiegeln sich dadurch in einem hohen Preis je Anteil wider, statt auf mehr Aktien verteilt zu werden.

Das Unternehmen erzielt seinen Umsatz vor allem mit Premium-Schokolade und Markenprodukten. Bekannte Produktlinien, internationale Vertriebsnetze und eine starke Präsenz im Geschenkgeschäft prägen das Geschäftsmodell. Der Kurs hängt daher nicht nur von Kakao- und Zuckerpreisen ab. Auch Wechselkurse, Lohnkosten, Energiepreise und die Kauflaune der Verbraucher können die Geschäftsentwicklung beeinflussen.

Für Anleger ist zudem die Aktiengattung wichtig. Lindt & Sprüngli bietet neben der teuren Namenaktie eine deutlich günstigere Partizipationsaktie an. Beide Wertpapiere beziehen sich auf dasselbe Unternehmen, besitzen aber unterschiedliche Rechte und Kurse. Wer die teuerste Aktie der Welt sucht, darf solche Aktiengattungen deshalb nicht ungeprüft miteinander vergleichen.

Der außergewöhnliche Stückpreis macht Lindt & Sprüngli nicht automatisch zur wertvollsten Aktie. Für eine fundierte Beurteilung zählen zusätzlich Geschäftszahlen, Gewinnentwicklung, Bewertung und Handelbarkeit.

Bastfaserkontor und Zoologischer Garten Berlin im Preisvergleich

Mit etwa 8.100 Euro je Anteil liegt die Bastfaserkontor AG in der Rangliste der teuersten Aktien deutlich vor vielen bekannten Börsenwerten. Der hohe Kurs steht hier jedoch nicht für eine breite internationale Börsenbedeutung, sondern für eine sehr kleine Aktienbasis und einen begrenzten Handel.

Die Gesellschaft ist dem Immobilienbereich zuzuordnen. Bei Bastfaserkontor liegt die Marktkapitalisierung trotz des hohen Stückpreises nur bei rund 68 Millionen Euro. Ein einzelner Anteil kann somit teuer sein, während der Gesamtwert des Unternehmens vergleichsweise klein bleibt.

Ähnlich auffällig ist der Zoologische Garten Berlin. Die Aktie kostet etwa 7.300 Euro und liegt damit knapp unter Bastfaserkontor. Hinter dem Wert steht keine klassische, breit gehandelte DAX-Aktie, sondern eine Beteiligungsstruktur rund um den Berliner Zoo. Solche Papiere werden oft aus besonderen historischen oder institutionellen Gründen gehalten. Der Börsenhandel kann entsprechend dünn sein.

Der Preisvergleich fällt damit klar aus:

Die Nähe der Kurse darf nicht über die eingeschränkte Vergleichbarkeit mit international stark gehandelten Aktien hinwegtäuschen. Bei kleinen Börsenwerten können Geld- und Briefkurs weit auseinanderliegen. Ein angezeigter Preis muss daher nicht jenem Betrag entsprechen, zu dem tatsächlich eine größere Position verkauft werden kann.

Bastfaserkontor und der Zoologische Garten Berlin zeigen vor allem eines: Ein hoher Nominalkurs kann durch eine geringe Zahl von Aktien entstehen und sagt wenig über Größe, Qualität oder Liquidität eines Unternehmens aus.

Financière Moncey als fünfte teuerste Aktie der Welt

Financière Moncey zählt mit einem Kurs von etwa 7.200 Euro je Aktie zu den fünf nominal teuersten Aktien der Welt. Die französische Gesellschaft ist als Investment- und Holdingunternehmen einzuordnen. Ihr Börsenwert entsteht daher nicht durch ein einzelnes operatives Produkt, sondern durch Beteiligungen und Vermögenswerte innerhalb der Unternehmensgruppe.

Für die Rangliste ist vor allem die geringe Zahl umlaufender Aktien entscheidend. Werden nur wenige Anteilsscheine gehandelt, kann der Preis je Aktie sehr hoch ausfallen. Das erklärt, warum Financière Moncey in einem Vergleich der Stückpreise auftaucht, obwohl der Name vielen Anlegern weniger bekannt ist als große internationale Konzerne.

Bei einer Holding müssen Anleger zusätzlich die Beteiligungen, deren Wertansätze, mögliche Abschläge und die Verschuldung betrachten. Ein sogenannter Holding-Abschlag kann entstehen, wenn der Börsenwert unter dem rechnerischen Wert der gehaltenen Vermögenswerte liegt. Umgekehrt können schwer bewertbare Beteiligungen die Analyse erschweren.

Financière Moncey belegt in der genannten Rangfolge den fünften Platz. Sie ist damit eine der teuersten Aktien nach nominalem Kurs, aber nicht automatisch die wertvollste Aktie nach Unternehmensgröße oder Anlagequalität.

Vor einem Kauf wären aktuelle Börsenkurse, die Geschäftsberichte und die Handelbarkeit am jeweiligen Markt zu prüfen. Gerade bei einer Holding mit begrenztem Handelsvolumen können Kauf- und Verkaufskurse deutlich auseinanderliegen. Der sichtbare Kurs ist dann nur ein Anhaltspunkt, kein sicher erzielbarer Preis.

Warum der Aktienkurs nicht den Unternehmenswert zeigt

Der Preis einer einzelnen Aktie hängt stark von der Zahl der ausgegebenen Anteile ab. Zwei Unternehmen können denselben Gesamtwert besitzen, obwohl eine Aktie des ersten Unternehmens 50 Euro und eine Aktie des zweiten 500 Euro kostet. Der Stückpreis ist daher keine verlässliche Rangfolge für Unternehmensgröße oder Qualität.

Entscheidend ist die Marktkapitalisierung. Sie entsteht aus dem Börsenkurs multipliziert mit der Zahl der ausstehenden Aktien. Für eine präzise Analyse müssen Anleger zusätzlich prüfen, ob diese Zahl Stammaktien, Vorzugsaktien, nicht stimmberechtigte Anteile oder weitere verwässernde Wertpapiere umfasst.

Auch die Kapitalstruktur verändert den Blick auf den Börsenwert. Die Marktkapitalisierung beschreibt den Wert des Eigenkapitals. Die sogenannte Unternehmenswert-Kennzahl berücksichtigt dagegen zusätzlich Schulden und zieht liquide Mittel ab. Bei stark verschuldeten Firmen kann dieser Wert deutlich über der Marktkapitalisierung liegen. Bei Unternehmen mit hohen Barreserven fällt der Abstand oft geringer aus.

Welche Aktie ist also die wertvollste Aktie? Das hängt von der gewählten Messgröße ab. Nach Börsenwert kann ein Konzern weit oben stehen, während er nach Unternehmenswert, Gewinn, Umsatz oder freiem Cashflow eine andere Position einnimmt.

Für Anleger sind zudem drei weitere Größen wichtig:

Ein sehr hoher Stückpreis kann praktische Nachteile haben. Bei kleinen Ordergrößen entstehen schnell hohe prozentuale Gebühren. Bei selten gehandelten Aktien kommen breite Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs hinzu. Wer nur auf das Etikett teuerste Aktie schaut, übersieht damit möglicherweise Kosten, Risiko und eingeschränkte Handelbarkeit.

Die sinnvollere Frage lautet daher: Welches Unternehmen bietet im Verhältnis zu seinem Preis, seinen Erträgen und seinen Zukunftsaussichten einen überzeugenden Wert?

Marktkapitalisierung: Woran sich die wertvollste Aktie erkennen lässt

Die Marktkapitalisierung zeigt, welchen Börsenwert ein Unternehmen insgesamt erreicht. Dafür wird der aktuelle Kurs mit der Zahl der ausstehenden Aktien multipliziert. Diese Kennzahl ist der zentrale Ausgangspunkt, wenn Anleger die wertvollste Aktie nicht nach ihrem Stückpreis, sondern nach der Größe des gesamten Unternehmens suchen.

Für einen fairen Vergleich reicht die einfache Rechnung jedoch nicht immer. Aktiengesellschaften können mehrere Anteilsklassen ausgeben. Außerdem verändern Kapitalerhöhungen, Rückkäufe und Umwandlungen die Zahl der Aktien. Eine Rangliste sollte deshalb möglichst mit den aktuellen, vollständig verwässerten Aktienzahlen arbeiten.

Auch die Marktkapitalisierung hat Grenzen. Sie beschreibt den Wert des Eigenkapitals am Markt, nicht automatisch den Preis, den ein Käufer für den ganzen Konzern zahlen müsste. Dafür sind zusätzlich Schulden, Pensionsverpflichtungen, Minderheitsanteile und liquide Mittel relevant. Analysten nutzen in solchen Fällen den Enterprise Value, den sogenannten Unternehmenswert.

Die teuerste Aktie der Welt nach Nominalkurs kann daher weit hinter einer großen Technologiefirma oder einem globalen Konsumkonzern liegen. Umgekehrt ist eine hohe Marktkapitalisierung kein Beweis für eine günstige Bewertung. Ein Unternehmen kann sehr groß und zugleich gemessen am Gewinn teuer bewertet sein.

Für die Praxis empfiehlt sich ein mehrstufiger Blick: Zuerst wird die Marktkapitalisierung bestimmt. Danach folgen Verschuldung, Ertragskraft, Wachstum, Kapitalrendite und die Qualität des Geschäftsmodells. Erst diese Kombination zeigt, ob eine Aktie wirtschaftlich bedeutend, attraktiv bewertet oder schlicht nur optisch teuer ist.

Die Bezeichnung teuerste Aktie bleibt somit eine Aussage über den Preis eines einzelnen Anteils. Die wertvollste Aktie lässt sich dagegen nur mit einer klaren Kennzahl und einem passenden Bewertungsmaßstab bestimmen.

Microsoft als Beispiel für eine wertvolle Aktie mit niedrigerem Stückpreis

Microsoft zeigt, warum die teuerste Aktie nach Stückpreis nicht automatisch die wertvollste Aktie ist. Der Kurs der einzelnen Aktie liegt deutlich unter den Spitzenwerten der Rangliste, während der Konzern an der Börse zu den größten Unternehmen weltweit zählt. Als Vergleichsgröße wurde eine Marktkapitalisierung von rund drei Billionen US-Dollar genannt; dieser Wert schwankt täglich.

Der entscheidende Punkt liegt in der Aktienanzahl. Microsoft hat seine Anteilsscheine im Laufe der Unternehmensgeschichte mehrfach gesplittet. Dadurch sank der Preis je Aktie rechnerisch, ohne dass sich der anteilige Besitz am Konzern verringerte. Ein Anleger hält nach einem Split mehr Aktien, während jede einzelne Aktie einen kleineren Teil des Unternehmens repräsentiert.

Das Unternehmen erwirtschaftet Einnahmen aus Software, Cloud-Diensten, Geschäftsanwendungen und digitalen Plattformen. Diese breite Basis macht den Konzern weniger abhängig von einem einzigen Produkt. Zugleich entstehen neue Risiken: hohe Investitionen in Rechenzentren, intensiver Wettbewerb und ein wachsender Strombedarf können die Margen beeinflussen.

Für die Frage „Was ist die teuerste Aktie der Welt?“ liefert Microsoft damit einen wichtigen Gegenentwurf. Ein Kurs von etwas mehr als 400 US-Dollar kann zu einem weit größeren Gesamtunternehmen gehören als eine Aktie mit einem sechsstelligen Preis.

Bei der Analyse von Microsoft sollten Anleger deshalb nicht auf den Stückpreis starren. Aussagekräftiger sind unter anderem:

Microsoft ist somit ein gutes Beispiel für eine hoch bewertete und wirtschaftlich bedeutende Aktie mit vergleichsweise moderatem Nominalkurs. Ob sie als wertvollste Aktie gilt, hängt von der verwendeten Kennzahl und vom betrachteten Stichtag ab.

Aktiensplits und Bruchstückaktien bei teuren Aktien

Ein Aktiensplit teilt eine bestehende Aktie in mehrere neue Anteile. Bei einem Verhältnis von 1:10 erhalten Anleger für einen Anteil zehn neue Aktien. Der rechnerische Kurs je Aktie sinkt dabei auf ein Zehntel. Am Depotwert ändert sich durch diesen Vorgang zunächst nichts.

Unternehmen entscheiden selbst, ob sie einen hohen Stückpreis beibehalten oder die Aktie durch einen Split leichter handelbar machen. Ein Split ist daher kein zusätzlicher Unternehmenswert, sondern verändert nur die Stückelung des Eigentums.

Auch ein Reverse Split wirkt in die andere Richtung. Mehrere alte Aktien werden zu einer neuen zusammengelegt. Der Kurs je Anteil steigt rechnerisch, während sich der Gesamtwert des Depots zunächst nicht verändert. Solche Maßnahmen kommen unter anderem infrage, wenn ein sehr niedriger Kurs die Börsennotierung gefährdet.

Bei einem Aktiensplit sollten Anleger auf mehr als den neuen Kurs achten:

Bruchstückaktien lösen ein anderes Problem. Anleger kaufen dabei nur einen Teil einer Aktie, etwa 0,01 oder 0,1 Stück. So wird auch die teuerste Aktie der Welt mit einem kleinen Betrag zugänglich, sofern der Broker dieses Angebot unterstützt.

Bruchstücke haben jedoch Besonderheiten. Sie besitzen oft kein eigenes Stimmrecht und lassen sich nicht immer an der Börse übertragen. Häufig verwahrt der Anbieter die Gesamtaktie und führt die Bruchteile intern. Bei einem Depotwechsel oder einer Unternehmensmaßnahme kann deshalb eine Auszahlung statt einer Übertragung erfolgen.

Vor dem Kauf sollten Anleger die Orderbedingungen lesen. Wichtig sind Mindestbeträge, Handelszeiten, Ausführungskurse, Gebühren und die Behandlung von Dividenden. Ein kleiner Anlagebetrag bedeutet nicht automatisch ein kleines Risiko: Sinkt der Aktienkurs, verliert auch der Bruchteil an Wert.

Ein Split kann die teuerste Aktie der Welt aus einer Rangliste entfernen, ohne dass das Unternehmen dadurch kleiner oder weniger bedeutend wird. Umgekehrt kann ein Reverse Split einen Titel optisch verteuern. Für die Suche nach der wertvollsten Aktie bleibt daher die wirtschaftliche Entwicklung wichtiger als die Zahl auf dem Kursticker.

Kursangaben, Risiken und wichtige Einschränkungen

Die genannten Kurse sind Momentaufnahmen. Sie können sich nach Börsenplatz, Handelszeit, Währung und Datenanbieter unterscheiden. Besonders bei internationalen Titeln ist ein Vergleich zum Stichtag wichtig: Ein Euro-Kurs kann durch Wechselkurse anders wirken als ein Dollar-Kurs. Bei wenig gehandelten Wertpapieren ist außerdem zwischen einem angezeigten Kurs und einem tatsächlich erzielbaren Preis zu unterscheiden.

Ein einzelner Abschluss kann den letzten Kurs bilden, obwohl nur wenige Aktien umgesetzt wurden. Die Geld-Brief-Spanne zeigt dann, wie weit Kauf- und Verkaufsangebot auseinanderliegen. Eine große Spanne erhöht die direkten Kosten und erschwert einen schnellen Ausstieg.

Auch Börsenplatz und Abwicklung verdienen Aufmerksamkeit. Ausländische Aktien können zusätzliche Kosten für Währungsumrechnung, Quellensteuer oder eine Lagerstellengebühr auslösen. Bei Schweizer und französischen Titeln sollten Anleger vor der Order klären, wie Dividenden steuerlich behandelt werden. Die deutsche Abgeltungsteuer wird nicht in jedem Fall automatisch vollständig durch den Broker erledigt.

Das größte Risiko bleibt der Kursverlust. Selbst die teuerste Aktie der Welt kann stark fallen, wenn Gewinne sinken, Schulden steigen, ein Geschäftsbereich enttäuscht oder sich die Marktstimmung dreht. Bei kleinen Gesellschaften können Nachrichten größere Ausschläge auslösen, weil nur wenige Kauf- und Verkaufsaufträge im Markt liegen. Ein Totalverlust ist bei Aktien zwar nicht der Regelfall, rechtlich aber möglich.

Diese Darstellung ist eine allgemeine Information und keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Sie ersetzt weder eine persönliche Prüfung noch eine steuerliche oder rechtliche Beratung. Für Aktualisierungen sind Primärquellen sinnvoll: Investor-Relations-Seiten der Unternehmen, veröffentlichte Geschäftsberichte und die jeweiligen Börsenmitteilungen. Ein Abgleich dieser Angaben zeigt, ob ein Titel im Teuerste-Aktie-der-Welt-Vergleich tatsächlich noch an derselben Stelle steht.

Fazit: Die teuerste Aktie ist nicht automatisch die wertvollste Aktie

Die Antwort auf die Frage „Was ist die teuerste Aktie der Welt?“ lautet nach dem nominalen Stückpreis: Berkshire Hathaways A-Aktie. Diese Rangfolge ist jedoch nur eine Momentaufnahme und kein Gütesiegel für die Anlagequalität. Ein hoher Kurs kann durch eine besondere Aktienstruktur entstehen, ohne dass das Unternehmen deshalb den höchsten Gesamtwert besitzt.

Für eine belastbare Schlussfolgerung zählt der Zweck des Vergleichs. Wer den höchsten Preis je Anteil sucht, betrachtet die teuerste Aktie. Wer die Größe eines Konzerns beurteilen möchte, prüft Marktkapitalisierung und Unternehmenswert. Wer eine Anlage bewertet, braucht zusätzlich Ertragskraft, Verschuldung, Cashflow, Wachstum, Wettbewerbsvorteile und den eigenen Anlagehorizont.

Auch die Rangfolge selbst sollte mit Vorsicht gelesen werden. Kurse aus verschiedenen Ländern sind nur nach einer einheitlichen Währungsumrechnung vergleichbar. Bei selten gehandelten Titeln können zudem große Spannen zwischen Kauf- und Verkaufspreis bestehen. Ein alter Kurs sagt daher wenig über den Preis aus, der heute tatsächlich erzielbar wäre.

Die sinnvollste Antwort lautet deshalb: Die teuerste Aktie ist nicht automatisch die wertvollste Aktie. Der Stückpreis beschreibt die Größe einer Anteilseinheit. Der wirtschaftliche Wert eines Unternehmens zeigt sich erst im Zusammenspiel aus Kapitalstruktur, Geschäftsergebnis, Vermögenswerten und künftigen Zahlungsströmen.

Für Leser ergibt sich daraus eine einfache Prüfroutine:

Wer diese Punkte berücksichtigt, erhält eine deutlich bessere Antwort als durch einen bloßen Blick auf den Kursticker. Die teuerste Aktie der Welt bleibt ein interessantes Börsenphänomen. Für eine vernünftige Entscheidung ist sie aber nur der Anfang der Analyse.

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